Lukrative Solarernte

Lukrative Solarernte

von Paul Schmitz

Eigenverbrauch von selbst erzeugtem Solarstrom ist für Privathaushalte und Unternehmen gleichermaßen interessant

Der Eigenverbrauch von Solarstrom in Privathaushalten und Gewerbebetrieben ist äußerst attraktiv, vorausgesetzt, sie machen sich von den immer teurer werdenden Netzbetreibern unabhängig machen und wollen Ihre Energiekosten drastisch senken. Die von einer Photovoltaik-Anlage erzeugte Energie wird zunächst in das Hausnetz eingespeist. Von dort aus ist die Solarenergie im Rahmen des Eigenverbrauches z. B. für Elektrogeräte innerhalb des Hauses oder auch für warmes Wasser zu nutzen. Produziert die Photovoltaikanlage mehr Strom als im Eigenverbrauch genutzt werden kann, wird der überschüssige Strom in das öffentliche Netz eingespeist. Umgekehrt betrachtet, wird die fehlende Menge aus dem Netz bezogen, wenn der eigene Solarstrom zur Deckung des Verbrauchs nicht ausreicht.

Eine spezielle Anordnung der Stromzähler dient dazu, den Eigenverbrauch mit dem Energieversorger abzurechnen. Mit den Stromzählern ist es problemlos möglich, die erzeugte Energie zu erfassen und den Netzbezug sowie die Netzeinspeisung aufzuzeigen. Der Eigenverbrauch errechnet sich ganz einfach aus der Differenz von eingespeister Energie, gemessen mit dem Einspeisezähler, und der erzeugten Energie, ermittelt durch den PV-Zähler.

Die Selbstnutzung des erzeugten Solarstroms stellt entweder den Eigenverbrauch oder auch die Unabhängigkeit (Autonomie) in den Mittelpunkt. Vereinfacht gilt bei hundertprozentiger Unabhängigkeit von den Stromanbietern, dass kein Strom mehr aus dem Netz bezogen werden muss. Hingegen bedeutet vollständiger Eigenverbrauch, dass keine Einspeisung des erzeugten Solarstroms ins öffentliche Netz erfolgt, weil die Verbraucher ihn vollständig im eigenen Haus nutzen.

Nicht nur für Privathaushalte interessant

Der Eigenverbrauch von Solarstrom lohnt sich nicht nur für Privathaushalte: „Angesichts steigender Strompreise erzeugen immer mehr Unternehmen ihren Strom selbst. Dies gilt auch für die Erzeugung und den Eigenverbrauch von Solarstrom, der aus Photovoltaikanlagen gewonnen wird", sagt Dr. Sebastian Bolay, Leiter des Referats Energie und Klimapolitik beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK). „Die Anschaffungskosten für eine Photovoltaikanlage sind so weit gesunken, dass die Photovoltaik gerade für kleinere mittelständische Unternehmen eine wirtschaftlich attraktive Alternative zum herkömmlichen Strombezug bietet“, ergänzt Bolay.

Viele Unternehmen und Mittelständler aus den Bereichen Industrie und Gewerbe investieren deshalb für ihre Stromerzeugung in Photovoltaik-Dachanlagen. Dazu David Muggli, Vorstand der PRIOGO AG, Energiespezialist aus Zülpich: „Durch die weitere Absenkung der Einspeisevergütung für Solarstrom lohnt es sich für Unternehmen immer mehr, Solarstrom selbst zu verbrauchen, anstatt ihn wie bisher oft üblich, in das Stromnetz einzuspeisen. Dies gilt insbesondere für Unternehmen im gewerblichen Bereich, die wegen laufender Produktionsmaschinen, Klimaanlagen, Notbeleuchtung und EDV rund um die Uhr Strombedarf haben und daher den selbsterzeugten Solarstrom zu hundert Prozent vor Ort verbrauchen.“ Muggli weiß aus der Praxis, dass neben dem Preis für die Unternehmen die Planungssicherheit eine wichtige Rolle spielt. Denn eine Kilowattstunde (kWh) eigenproduzierter Solarstrom kostet im Schnitt 13 bis 14 Cent. Und das mit Stabilität, ohne die Gefahr einer Preissteigerung.

Für die Unternehmen ist der Eigenverbrauch von Solarstrom auch im Bereich der Elektromobilität zunehmend wirtschaftlich interessant. So kann die Solarenergie beispielsweise für Unternehmensflotten mit leichten Nutzfahrzeugen genutzt werden. Ein elektrischer Kleintransporter konkurriert wegen der beträchtlichen Fahrenergiekostenersparnis wirtschaftlich bereits heute mit einem Dieselfahrzeug . Und wenn der Elektro-Kleintransporter mit selbst produziertem Solarstrom fährt, ergibt sich sogar ein Kostenvorteil.

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