Priogo AG läutet die Mobilitätswochen ein.

Priogo AG läutet die Mobilitätswochen ein.

von Götz Bökler

Die Bohrmaschine wird in die entsprechende Schublade gelegt. Auch der Hammer findet seinen Platz. So weit, so normal. Das Besondere ist, dass der Handwerker nicht in den Lieferwagen steigt, sondern sich aufs Fahrrad setzt und losfährt – mit seinem Werkzeug und allem, was er so benötigt. Möglich macht das ein speziell konzipiertes Lastenfahrrad. „Es ist für höchste Belastungen im gewerblichen urbanen Dauereinsatz entwickelt worden und erreicht bis zu 25 Stundenkilometer“, erklärt David Heise von der Zweiradeinkaufsgenossenschaft.

Bis zu 160 Kilogramm können auf dem Rad transportiert und der Stauraum individuell an die Bedürfnisse angepasst werden. „Das Rad eröffnet für Betriebe ganz neue Möglichkeiten“, ist sich Heise sicher. Getestet werden kann das Fahrzeug ab sofort bis September im Rahmen der Mobilitätswochen, die der Kreis Euskirchen mit der IHK Aachen durchführt. Betriebe haben in den kommenden Monaten die Möglichkeit, kostenfrei Pedelecs, Elektroautos, Car-Sharing und den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu testen.

2018 nahmen zwölf Betriebe an Mobilitätswochen teil

Iris Poth, Leiterin der Stabsstelle Struktur- und Wirtschaftsförderung des Kreises, sagt: „Im Fokus steht die betriebliche Mobilität der Angestellten, aber auch Impulse und Anregungen zum Umdenken für die private Mobilität im Alltag oder für die Freizeit.“ Wie bei der Premiere im vergangenen Jahr stehen auch 2019 den Arbeitgebern bis zu vier ÖPNV-Tickets für ihre Mitarbeiter zur Verfügung. Die können die Arbeitnehmer eine Woche beliebig oft für Fahrten mit Bus und Bahn nutzen – auch am Wochenende.

Zudem können Betriebe für eine Arbeitswoche bis zu zwei Pedelecs gratis ausleihen, die dann für den Weg von und zur Arbeit oder für Erledigungsfahrten genutzt werden können. Abgerundet wird das Angebot während der Mobilitätswochen von der Möglichkeit, E-Autos sowie einen E-Scooter für maximal drei Tage auszuprobieren. Oder sich dem Car-Sharing des Energieversorgers e-regio anzuschließen. „Idealerweise werden die Angebote miteinander verknüpft. Der Arbeitnehmer kommt nicht mit dem Auto zur Arbeit, sondern mit dem Bus und fährt dann nicht mit dem Diesel zum Kunden, sondern mit dem E-Scooter“, erklärt Benjamin Haag, Referent für betriebliche Mobilität bei der IHK Aachen.

Im vergangenen Jahr nahmen laut Poth zwölf Betriebe an den Mobilitätswochen teil. Zwei nutzten beispielsweise die zur Verfügung gestellten ÖPNV-Tickets. Die Zahl soll diesmal deutlich höher sein. „Die E-Mobilität ist wie ein schöner Virus. Wer einmal davon infiziert ist, will sie nicht mehr missen“, sagt David Muggli, Vorstandsvorsitzender der Zülpicher Priogo AG. Bei dem Unternehmen aus der Römerstadt können sowohl ein E-Auto als auch ein E-Scooter geliehen werden. Neben der Praxis spielt auch die Theorie während der Mobilitätswochen eine Rolle. „Mit einer guten Beratung kann die Grundlage für den Schritt in die E-Mobilität gelegt werden“, sagt Maximilian Metzemacher, Klimaschutzmanager des Kreises Euskirchen. So könne detailliert über Fördertöpfe oder die praxisnahen Möglichkeiten der Integration von Pedelec, E-Auto und Co. in den Betriebsalltag gesprochen werden.

Interessenten können sich bei Maximilian Metzemacher unter Tel. 02251/15977 oder per Mail melden. maximilian.metzemacher@kreis-euskirchen.de

 

Dieser Artikel erschien am 11.4.2019 im Kölner Stadtanzeiger

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