Serie „Frauen bei PRIOGO“

Serie „Frauen bei PRIOGO“

von Götz Bökler

 

Der Frauenanteil in der Solarbranche ist – wie in vielen technischen Branchen – gering. Eine Entwicklung, die wir bei PRIOGO nicht bestätigen können. Während in vielen technischen Bereichen der Männeranteil überwiegt, beschäftigt PRIOGO auch viele weibliche Mitarbeiterinnen. Wir möchten Frauen ermutigen, den Schritt in Männer-dominierte Berufe zu wagen und sich auf neues, teils technisches Terrain zu begeben. Deshalb stellen wir Ihnen in unserer neuen Serie einige unserer Mitarbeiterinnen vor. Mit Stolz können wir sagen, dass jede von Ihnen einen tollen Job macht, Spaß bei ihrer Aufgabe hat und die Balance zwischen Familie & Beruf bravourös meistert. 

 

 

Teil 2 Victoria Schweitzer

Im zweiten Teil der Serie stellen wir Ihnen Victoria Schweitzer vor. 

Die 19-Jährige hat im August 2019 ihre Ausbildung zur Elektrikerin bei PRIOGO begonnen. Vorher hat sie bereits 2 Monate bei uns gearbeitet, um das Unternehmen kennenzulernen und in die Abteilungen hineinzuschnuppern. Seit dem Start der Ausbildung ist ihr Arbeitsplatz nämlich nicht mehr das Büro, sondern die Baustelle. Wie die Kerpenerin sich dort als einzige Frau unter Männern behauptet, erfahren Sie in diesem Interview.

Frau Schweitzer, was hat Sie bewogen, eine Ausbildung zur Elektrikerin zu beginnen?

Ich hatte schon immer ein technisches Interesse. In der Schule habe ich deshalb Physik als Leistungskurs gewählt. Außerdem arbeite ich ehrenamtlich bei der freiwilligen Feuerwehr und habe auch hier viel mit der Technik zu tun. Das macht mir Spaß und irgendwann war klar, dass ich auch beruflich etwas Technisches machen möchte.

Wie sind Sie zu Ihrem Ausbildungsplatz gekommen?

Die Stelle ist mir von der Arbeitsagentur vorgeschlagen worden. Ich habe mich daraufhin beworben und noch am selben Tag eine Rückmeldung bekommen. Der nächste Schritt war ein Vorstellungsgespräch und kurze Zeit später wurde mir der Ausbildungsplatz angeboten. 

 

 

Ihre Ausbildung hat erst vor kurzer Zeit begonnen. Können Sie schon aktiv mitarbeiten?
Was sind die Aufgaben einer Elektrikerin in der Solarbranche?

Jetzt am Anfang meiner Ausbildung muss ich natürlich viel lernen. Ich fahre jeden Tag mit meinem Kollegen raus und er erklärt mir alles. Kleinere Sachen wie mal etwas bohren kann ich schon selbst übernehmen. Später werde ich dann die elektrischen Anschlüsse von Solaranlagen und Wechselrichtern machen. Zudem bietet PRIOGO auch Service und Wartung von Photovoltaikanlagen an. Das gehört dann auch zu meinem Aufgabengebiet.

Was fasziniert Sie an der Technik?

Mir war schon immer wichtig zu verstehen, wie etwas funktioniert. Das gilt nicht nur für meinen Beruf, sondern ganz allgemein. Wenn zu Hause etwas kaputt geht, möchte ich es verstehen und bestenfalls selbst reparieren können. Das hat viel mit Unabhängigkeit zu tun. Ich möchte nicht bei jeder Reparatur einen Handwerker rufen müssen. Ich kümmere mich lieber selbst darum und eigne mir das nötige Wissen an.

 

 

Hatten Sie in Ihrer Familie Vorbilder, die auch in technischen Berufen tätig sind? 

Nein, überhaupt nicht. Meine Eltern sind beide im kaufmännischen Bereich tätig und meine Schwester im sozialen Bereich. Von der Seite gab es niemand, der mich beeinflusst hat. Der Wunsch, einen technischen Beruf zu erlernen, hat sich bei mir primär durch meinen Einsatz bei der Feuerwehr ergeben, wo ich das erste Mal praktisch mit Technik in Berührung gekommen bin.

Sie sind den ganzen Tag mit männlichen Kollegen unterwegs. Wie funktioniert das?

Das ist überhaupt kein Problem. Ich kenne das schon von der Feuerwehr, da gibt es auch mehr Männer als Frauen. Meine Kollegen bei PRIOGO respektieren mich und nehmen auch Rücksicht, wenn es z.B. mal schwere Sachen zu tragen gibt. Ich lasse mich nicht unterbuttern und konnte mich schon immer gut durchsetzen.

Sie hatten in der Schule Physik als Leistungskurs. Wie haben Sie die Vermittlung der naturwissenschaftlichen Fächer erlebt?  

Ich war auf einer reinen Mädchenschule und fand die naturwissenschaftliche Ausbildung dort sehr gut. Ich hatte immer das Gefühl, auch in Physik, Mathe oder Informatik gut gefördert zu werden. Viele meiner ehemaligen Klassenkameradinnen haben aber trotzdem typische Frauenberufe ergriffen. 

Wie ist der organisatorische Rahmen Ihrer Ausbildung?

Die Ausbildung dauert insgesamt 3,5 Jahre. An 2 Tagen in der Woche bin ich in der Berufsschule, an den anderen 3 Tagen fahre ich zu den Kunden raus und arbeite praktisch mit.

Welche Tipps haben Sie für Frauen, die über einen Einstieg in einen technischen Beruf nachdenken?

Ich würde Frauen ermutigen, es zu wagen! Wenn das Interesse da ist, sollte sich niemand abhalten lassen. Frauen lassen sich oft von den gesellschaftlichen Normen beeinflussen. Das ist Quatsch und irgendjemand muss den Anfang machen. Ich finde, Frauen dürfen sich ruhig mehr trauen. 

Vielen Dank für das Gespräch. 

 

 

 

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